Rede
Nanjing/China, 03.11.2008
Eröffnungsrede World Urban Forum IV
"Harmonious Urbanization:The Challenge of Balanced Territorial Development"


Peter Götz während
seiner Eröffnungsrede am 03.11.2008 bei der World Urban
Development Conference 4 in Nanjing, China.
Werte Minister und Abgeordnete,
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich möchte mich im Namen der Global Parliamentarians on Habitat sehr herzlich für die Einladung von UN-Habitat zu diesem World Urban Forum bedanken.
Mehr als 100 Parlamentarier aus der ganzen Welt haben Ihre Einladung gerne aufgegriffen, sind nach Nanjing gereist, um mitzudiskutieren, wie die Städte auf ihrem Weg zu einer nachhaltigen Stadt unterstützt werden können.
Die Global Parliamentarians on Habitat sind eine internationale Parlamentarierorganisation, die sich vor allem mit der nachhaltigen Entwicklung von Siedlungen befasst. Die Gruppe wurde vor mehr als 30 Jahren in Vancouver gegründet und arbeitet seitdem eng mit UN-Habitat zusammen.
In diesem Jahr habe ich in Bukarest von meinem Freund Senator Eloy Cantu Segovia aus Mexiko die Aufgabe als Präsident unserer Parlamentarierorganisation übernommen.
Gerne nutze ich dieses Podium heute, um mich bei Senator Eloy Cantu Segovia für seine vorbildliche Führung und die gute Zusammenarbeit zu bedanken.
Meine Damen und Herren,
Die Global Parliamentarians on Habitat treffen sich regelmäßig auf Landes-, regionaler-, und weltweiter Ebene. Dieses World Urban Forum in Nanjing ist für uns eine besondere Gelegenheit, zum Erfolg dieser Konferenz beizutragen, aber auch zusammenzukommen, um unsere eigene Arbeit international abzustimmen.
Der direkte Kontakt zu den verantwortlichen Repräsentanten von UN-Habitat ist uns ein besonderes Anliegen.
Ich danke Executive Director Dr. Anna Tibaijuka, Markandey Rai und Rolf Wichmann für die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung bei der Vorbereitung dieser Konferenz.
Mein besonderer Dank gilt China als Gastgeber. Herr Minister Jiang Weixin, wir sind dankbar, dass wir Gäste in Ihrem dynamischen Land sein dürfen.
Meine Damen und Herren,
als Parlamentarier sehen wir es als unsere Aufgabe, durch gute Gesetze Rahmenbedingungen für eine bessere Welt zu schaffen.
Wir erleben in diesen Tagen weltweit drei große Krisen, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen:
1. Eine ökonomische Krise durch das Zusammenbrechen der Finanzmärkte,
2. eine Krise der nationalen Sicherheiten durch die Bedrohungen des Terrorismus und
3. eine Umwelt- und Energiekrise.
Alle drei Krisen sind miteinander verbunden und hängen voneinander ab.
Lassen Sie mich dies an einem Beispiel zeigen:
• Die westliche Welt leiht sich von China Geld,
• kauft damit teures Öl aus dem Persischen Golf,
• um es dann zu verbrennen,
• mit allen negativen Folgen für das Klima.
Wir, die wir heute leben und politische Verantwortung tragen, müssen das ändern. Jeder auf seinem Platz, als Regierung, Parlamentarier, als Oberbürgermeister, Bürgermeister oder NGO. Wir sind verantwortlich für die Zukunft unserer Kinder.
Den Terrorismus können wir gemeinsam bekämpfen. Die weltweite Finanzmarktkrise werden wir hoffentlich bald überwinden. Die Klimakrise aber bleibt uns erhalten.
Mitte des 21. Jahrhunderts werden zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben. 75 Prozent des Energieverbrauchs und rund 80 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen weltweit gehen heute bereits auf das Konto der Städte. Ballungsräume sind unbestritten die größten Verursacher für den Klimawandel.
Die wichtigste Ressource für den Klimaschutz ist der politische Wille.
Es ist eine besondere Verantwortung aller Akteure geistige, planerische, architektonische und technische Konzepte zu entwickeln, um die Städte auf den Pfad der Nachhaltigkeit zu führen.
Als ehemaliger Bürgermeister weiß ich sehr wohl:
Alleine können die Städte den Kampf gegen den Klimawandel nicht gewinnen. Regierungen und Parlamente sind gefordert.
Wir müssen durch nachhaltige Gesetze dafür sorgen, dass der Klimawandel und die Erderwärmung nicht zu einer unumkehrbaren Bedrohung werden. Die negativen Folgen treffen ganz besonders die Menschen, die unmittelbar an den Ufern der Flüsse und Meere leben. Es sind meistens die Ärmsten der Armen.
Städte können und müssen aber auch selbst wichtige Beiträge zum Klimaschutz leisten; bei der Stadtplanung oder wenn es um die Energieeffizienz stadteigener Gebäude geht.
Denn Städte und Regionen sind für die Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung von herausragender Bedeutung. Wir brauchen einen Wettbewerb zwischen den Städten um den besten Klimaschutz.
Wir Parlamentarier aus Asien, Afrika, Amerika und Europa wollen morgen Nachmittag im Rahmen des von uns gestalteten "Round Table" eine konzentrierte Diskussion über das Thema "Städte und Klimawandel" führen.
Wir wollen unsere Erfahrungen austauschen und Wege suchen, wie Verbesserungen für die Menschen erreicht werden können. Vor allem wollen wir beraten, welche Beiträge wir durch bessere Gesetze leisten können.
Zusammen mit Regierungsvertretern, mit Oberbürgermeistern, Bürgermeistern, NGO´s, mit Vertretern der Wirtschaft und der Industrie wollen wir deutlich machen, dass Energiewende und Klimawandel zentrale Herausforderungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung sind und es auf ein schnelles Handeln ankommt.
Wir müssen die Verantwortung übernehmen!
Lassen Sie uns an den Herausforderungen der Zukunft gemeinsam arbeiten. Wenn der politische Wille da ist, sind wir erfolgreich.
Ich wünsche eine erfolgreiche Konferenz.