Peter Götz, MdB

Vor Ort

Rastatt, 15.07.2010

 

Peter Götz holt Staatssekretär nach Rastatt: Neue Hoffnung auf Realisierung des Tunnels

 

Bild vergroessernEnak Ferlemann und Peter Götz am Rastatter Bahnhof.

"Mit diesem Projekt laufen Sie bei mir offene Türen ein. Der Rastatter Tunnel wird in der Priorisierung bei mir eine wichtige Rolle spielen." Mit diesem deutlichen Bekenntnis weckte Enak Ferlemann (CDU) bei seinem Besuch in Rastatt neue Hoffnungen auf eine Realisierung des seit langem von der gesamten Region ersehnten Bauvorhabens. Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung war auf Einladung von Peter Götz ins Badische gekommen und wurde vor Ort von einer eindrucksvollen Zahl hochrangiger Politiker begrüßt. Dem mittelbadischen Bundestagsabgeordneten war es gelungen, den regionalen Schulterschluss unübersehbar vor Augen zu führen. An dem Gespräch mit Enak Ferlemann nahmen alle wichtigen politischen Vertreter der Region teil, darunter auch Regierungspräsident Dr. Rudolf Kühner, der Karlsruher Oberbürgermeister und Vorsitzende der Initiative "Magistrale für Europa", Heinz Fenrich, der Vorsitzende des Regionalverbandes, Josef Offele, der Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Oberrhein, Prof. Hans-Peter Mengele, sowie Bürgermeister, Bundes- und Landtagsabgeordnete.

 

 

Bild vergroessernAn dem Gespräch mit Enak Ferlemann nahmen alle wichtigen politischen Vertreter der Region teil.

Der Rastatter Landrat Jürgen Bäuerle, Sprecher der TechnologieRegion Karlsruhe für das Tunnelprojekt, hatte für den Empfang des Parlamentarischen Staatssekretärs das Landratsamt zur Verfügung gestellt. Mit einem ebenfalls vom Landkreis Rastatt organisierten Bus ging es danach zur künftigen Trasse an der B 36, wo Vorarbeiten für den Ausbau der Rheintalbahn bereits erfolgt sind. Insgesamt wurden bisher zwölf Brücken errichtet und rund 26 Millionen Euro investiert. Peter Götz wies - wie auch die anderen Redner – eindringlich auf die Bedeutung des Rastatter Tunnels hin. Die Durchfahrung von Rastatt sei ein Nadelöhr – dort verenge sich die Passage auf einer Länge von 7,5 Kilometer von vier auf zwei Gleise. "Dies ist kein lokales, sondern ein europäisches Problem", betonte der Bundestagsabgeordnete. Zwischen Straßburg und Karlsruhe kreuzen sich zwei der wichtigsten europäischen Hochgeschwindigkeitsstrecken: die Magistrale Budapest-Paris als zentrale Ost-West-Verbindung und die Transversale Rotterdam-Genua als wichtigste kontinentale Nord-Süd-Verbindung. Für den Streckenabschnitt Rastatt-Baden-Baden-Appenweier wird bis zum Jahr 2025 nahezu eine Verdoppelung des Verkehrs prognostiziert. Während der Individualverkehr um voraussichtlich 30 Prozent zunimmt, erwarten Experten im Güter- und Logistikverkehr sogar einen Zuwachs von 70 Prozent. Die Trasse wäre damit hoffnungslos überlastet. Ohne den Rastatter Tunnel droht ein Kollaps mit Auswirkungen auf den gesamten europäischen Schienenverkehr – Stuttgart 21 inbegriffen.

 

"Wir dürfen nicht weiter auf der Stelle treten," mahnte Peter Götz, "sondern müssen rasch für die Planungsreife sorgen." Dass die Zeit drängt, weiß auch Enak Ferlemann. Wie er bei seinem Besuch in Rastatt sagte, müssten die Bahnkapazitäten im Rheintal "zwingend und schnell" erhöht werden. Das Bundesverkehrsministerium arbeite daher zurzeit an einem Masterplan, um dem stark wachsenden Güter- und Logistikverkehr Rechnung zu tragen. Bis zum Ende der parlamentarischen Sommerpause würden sämtliche geplanten Projekte überprüft. Im Herbst solle dann eine Prioritätenliste vorgelegt werden. Der Rastatter Tunnel dürfte dabei nach Einschätzung von Enak Ferlemann "im oberen Drittel" liegen. Wörtlich sagte er: "Bei mir steht das Projekt sehr weit oben an."

 

Und auch diese Aussage des Parlamentarischen Staatssekretärs wurde mit großem Interesse aufgenommen: Die Pläne für das 650 Millionen Euro teure Tunnelprojekt werden derzeit überarbeitet, um den geänderten Sicherheitsvorschriften zu entsprechen. So soll es entgegen den bisherigen Planungen künftig möglich sein, auch mit Feuerwehrautos in den Tunnel einzufahren. "Es gibt keinen Planungsstillstand, mit dem Projekt geht es sukzessive voran", stellte Peter Götz zufrieden fest. Die Region sieht wieder etwas Licht am Ende des Tunnels.