Peter Götz, MdB

Vor Ort

Rastatt, 19.09.2009

 

Peter Götz bei der Senioren Union Rastatt: Klage über mangelnde Erziehungskompetenz

 

Bild vergroessernPeter Götz wurde bei seinem Besuch im Mehrgenerationenhaus von Kai Whittaker (l.) begleitet, der auf der CDU-Landesliste zur Bundestagswahl kandidiert.

Immer mehr Eltern brauchen Erziehung. Auf diese erschreckende Entwicklung hat jetzt Hans Fitzek aufmerksam gemacht. Der Vorsitzende der Rastatter Senioren Union beklagte bei einem Gespräch mit Peter Götz im Mehrgenerationenhaus, dass nach der jüngsten Erhebung des Statistischen Bundesamts mangelnde Erziehungskompetenz der Hauptgrund (43 Prozent) für die Heimeinweisung von Kindern und Jugendlichen sei. Erst an zweiter Stelle folge auffälliges Sozialverhalten (35 Prozent) vor Problemen in Schule und Beruf (24 Prozent). Fitzek forderte deshalb, die Erziehungsleistung politisch und gesellschaftlich stärker als bisher anzuerkennen. Dazu müsse nach dem Vorbild Frankreichs ein Familiensplitting eingeführt werden. Eine Familie mit drei Kindern zahle in unserem Nachbarland erst ab einem Einkommen von 32.000 Euro Steuern. Außerdem könnten Vater oder Mutter in Frankreich bis zu drei Jahren ohne finanzielle Einbußen zu Hause bleiben und sich um den Nachwuchs kümmern. "Gerade in den ersten beiden Jahren sind die Eltern die wichtigsten Bezugspersonen für Kinder und entscheidend für deren Entwicklung", so Fitzek.

 

Josef Held, Leiter des Mehrgenerationenhauses, verwies ebenfalls auf die sich deutlich verschlechterte Qualifikation der Eltern. Das Problem beginne schon damit, dass ihnen wesentliche Grundlagen zur Erziehung fehlten. So seien viele Eltern heute gar nicht mehr in der Lage, ihren Kindern vorzulesen. Zudem gebe es kaum noch Rituale wie beispielsweise ein gemeinsames Abendessen, um damit den Zusammenhalt der Familie zu stärken und sich im Gespräch auszutauschen.

 

Auch für Peter Götz ist die Familie "der Kern unserer Gesellschaft". Sie müsse daher noch stärker ins Zentrum der Politik gerückt werden, sagte der mittelbadische Bundestagsabgeordnete vor den Mitgliedern der Senioren Union. Es sei dringend notwendig, sich wieder auf Werte wie Treue, Glauben, Zusammenhalt und Miteinander in der Familie zu besinnen. Er unterstütze deshalb die Forderung der Senioren Union nach Einführung eines Familiensplittings nach französischem Vorbild. Mehr noch, die CDU wolle Familien pro Mitglied um 8.000 Euro steuerlich entlasten. Damit kämen schon Eltern mit nur zwei Kindern auf einen Freibetrag von 32.000 Euro. Eine solche Regelung sei in der Großen Koalition jedoch nicht machbar gewesen. Peter Götz: "Die SPD will sogar das heutige Ehegattensplitting abschaffen."