Vor Ort 2008
Rastatt, 30.09.2008
Peter Götz beharrt auf barrierefreiem Ausbau des Bahnhofs Ötigheim - Neuer Vorstoß für Bahnhof Rastatt
Der Streit um den behindertengerechten Ausbau des Bahnhofs Ötigheim geht in eine neue Runde. Der mittelbadische CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Götz gibt sich mit der Absage von Bahnchef Hartmut Mehdorn nicht zufrieden und hält an der Forderung weiter fest.
Seit Monaten tobt die Auseinandersetzung zwischen der Gemeinde Ötigheim und der Deutschen Bahn AG. Nach Ansicht von Bürgermeister Werner Happold und verschiedener Politiker der Region bietet sich derzeit eine historische Chance, die seit Jahren geforderte Barrierefreiheit endlich Wirklichkeit werden zu lassen: Für 2009 ist im Zuge der Beseitigung des höhengleichen Bahnübergangs direkt neben dem Bahnhof auch eine Rad- und Fußwegunterführung mit Bahnsteigzugängen geplant. Das Problem dabei: Es werden nicht alle Bahnsteige erschlossen. Das wichtige Gleis 2, an dem die Stadtbahnlinien S4 und S41 in Richtung Karlsruhe abfahren, soll nach dem Willen der Deutschen Bahn keinen Zugang zu der neuen Unterführung erhalten.
Die Bahn bleibt auch in einem aktuellen Schreiben an Peter Götz bei ihrer Ansicht. Darin teilt Bahnchef Hartmut Mehdorn mit, der Ausbau sei „kurz- und mittelfristig leider nicht realisierbar“. Der Grund: Von 669 Bahnhöfen in Baden-Württemberg hätten noch 170 Stationen keine barrierefreien Zugangsmöglichkeiten. Daher sei eine nach Prioritäten gestaffelte Vorgehensweise erforderlich.
„Die Antwort von Herrn Mehdorn erscheint mir unbefriedigend und ausweichend“, zeigt sich Peter Götz verärgert über die pauschale Ablehnung. Der Abgeordnete wehrt sich dagegen, Ötigheim mit allen anderen Bahnhöfen in einen Topf zu werfen. „Beim Bahnhof Ötigheim steht eine Baumaßnahme der Bahn an“, macht er in einem Schreiben an Hartmut Mehdorn den Unterschied deutlich und beharrt weiter auf der behindertengerechten Lösung. Zur Begründung greift Peter Götz auch Argumente der Bahn AG in Zusammenhang mit Rastatt auf: „Die Situation beim Bahnhof Rastatt, die seit Jahren als vordringlich gesehen wird, wurde durch die Deutsche Bahn mit der Begründung nach hinten geschoben, dass sie im Zusammenhang mit anderen Baumaßnahmen am Bahnhof realisiert werden soll, um Synergieeffekte zu nutzen.“ Genau diese Synergieeffekte sind nach der Meinung von Peter Götz nun in Ötigheim gegeben.
Der Politiker zieht Rastatt jedoch nicht nur als Argumentationshilfe für Ötigheim heran, sondern macht sich auch für die Barockstadt stark. Abschließend schreibt er an Hartmut Mehdorn: „Vor diesem Hintergrund bitte ich Sie, die Entscheidung für Ötigheim, aber auch die für einen dringend notwendigen behindertengerechten Ausbau des Bahnhofs in Rastatt nochmals wohlwollend in Ihrem Unternehmen prüfen zu lassen.“