Peter Götz, MdB

Vor Ort 2008

Rastatt, 07.8.2008

 

Peter Götz würdigt bei Besuch auf der Hub Arbeit der Palliativstation für Todkranke

 

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Götz informierte sich im Gespräch mit Jürgen Jung (l.) und Dr. Bernhard Kern (r.) über die Arbeit der Palliativstation auf der Hub. Das Bild entstand auf einem der großen Balkone, auf denen auch bettlägerige Patienten bei schönem Wetter frische Luft tanken können.

Nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben: Nach dieser Maxime betreut auf der Palliativstation der Hub in Ottersweier ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Pflegefachkräften, Therapeuten, Psychologen und Seelsorgern Menschen in der letzten Phase ihres Daseins. Peter Götz machte sich nun im Rahmen seiner alljährlichen „Sommertour vor Ort“ mit dem Schwerpunkt Soziales persönlich ein Bild von dem neuen Angebot des Klinikums Mittelbaden.

 

Geschäftsführer Jürgen Jung und Oberarzt Dr. Bernhard Kern, ärztlicher Leiter der Palliativstation, führten den mittelbadischen Bundestagsabgeordneten durch die Einrichtung, die organisatorisch der Inneren Abteilung des Kreiskrankenhauses Bühl zugeordnet ist. Angenehm überrascht zeigte sich Peter Götz von der Gestaltung der acht Einzelzimmer und des Doppelzimmers, die durch ihren Hotelcharakter den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen. Daneben stehen drei Wohnungen für ambulant betreute Patienten zur Verfügung.

 

Die Palliativstation unterstützt Menschen mit einer unheilbaren, weit fortgeschrittenen Krankheit, die sich in einer akuten Krise befinden. Überwiegend Krebspatienten werden nach dem Ganzheitlichkeitsprinzip psychologisch und medizinisch versorgt mit dem Ziel, ihre Symptome zu lindern und sie frisch gestärkt und neu motiviert nach Hause zu entlassen. Dabei achten Ärzte und Pflegefachkräfte nicht auf die Uhr. „Wir führen beispielsweise die tägliche Visite im Sitzen durch“, erläuterte Dr. Bernhard Kern. „Das wird als Zeichen verstanden, dass wir uns Zeit nehmen. Bei schönem Wetter haben die Patienten zudem die Möglichkeit, ihr Zimmer mit einem der beiden großen überdachten Balkone zu tauschen und die schönen Tage in frischer Luft zu genießen. „Wir tun alles, um den Menschen in der letzten Phase ihres Lebens die Zeit so angenehm wie möglich zu machen, damit sie zur Ruhe kommen und neue Kraft tanken können“, betonte Dr. Bernhard Kern. „Wir befürworten daher alle Behandlungen, die die Lebensqualität unserer Patienten steigern oder erhalten sowie alles, was deren Entlassung ins gewünschte Umfeld ermöglicht.“ Zahlreiche Dankesschreiben zeugten davon, dass man mit diesem Konzept richtig liege.

 

Auf der Palliativstation werden jedoch nicht nur Todkranke psychosozial und spirituell unterstützt, sondern auch deren Angehörige. Peter Götz würdigte die „verantwortungsvolle und persönlich sehr belastende Arbeit“ des gesamten Teams, das sich ständig mit dem Tod konfrontiert sieht. Etwa jedem zweiten Patienten fehlt am Ende trotz allen Bemühens die Kraft, um ihren Kampf gegen die Krankheit noch länger fortzuführen.

 

Seit ihrer Eröffnung im Dezember 2007 hat die Palliativstation über 80 Menschen begleitet. Damit war die Abteilung fast ständig voll belegt. Klinikum-Geschäftsführer Jürgen Jung könnte sich daher vorstellen, falls erforderlich die Bettenzahl auf das Zweieinhalbfache zu erhöhen. Eine erschreckende Prognose der Weltgesundheitsorganisation (WHO) macht die Notwendigkeit einer solchen Maßnahme sehr wahrscheinlich: Wissenschaftler befürchten, dass die Zahl der Krebs-Neuerkrankungen in den nächsten 15 Jahren weltweit um jährlich fünf Prozent zunehmen wird.