Vor Ort 2008
Rastatt, 18.06.2008
Peter Götz in Ötigheim
Lärmschutz, Gleiserneuerung, Bahnunter- und Bahnüberführung - folgt der Blick auf die kommunalpolitischen Schwerpunkte der Gemeinde Ötigheim kommt man an diesen Schlagworten nicht vorbei. Das Thema Schiene stand demzufolge auch im Fokus des Zusammentreffens zwischen Peter Götz und Bürgermeister Werner Happold. Letzterer hatte den CDU-Bundestagsabgeordneten kürzlich zu einem Gespräch in seine Gemeinde eingeladen. Eines der Schwerpunktthemen war dabei das Thema Schallschutz entlang der Bahnlinie. Im Mittelpunkt standen die Belange der Anwohner. Gerade auch gegenüber Peter Götz hatten diese sich über die zunehmende Lärmbelästigung beklagt. Um für die Bürger Ötigheims eine akzeptable Lösung zu finden, hat Götz bereits mehrere Gespräche mit der Deutschen Bahn geführt. Weitere sollen folgen. Bislang steht fest, dass die Deutsche Bahn eine öffentliche Informationsveranstaltung plant. Ein genauer Zeitpunkt ist noch nicht bekannt.
Für den Unmut der Bürger zeigt auch Werner Happold Verständnis: "Wenn auf der Durmersheimer Strecke und damit vor der Haustür täglich mehr als 200 Züge entlang fahren, sind Klagen der Anwohner kein Wunder." Götz und Happold sind optimistisch, dass sich die Situation durch die in 2009 geplanten Baumaßnahmen erheblich verbessern wird.
Als problematisch erachtet Werner Happold zudem die bisherige Bahnüberführung für Radfahrer und Fußgänger. "Gerade von älteren, körperlich behinderten Menschen oder auch Frauen mit Kinderwagen", so der Ötigheimer Bürgermeister, könne das bestehende Überführungsbauwerk beim Bahnhof "so gut wie nicht genutzt werden". Damit die Stadtbahn in Richtung Karlsruhe von allen gefahrlos erreicht werden kann, ist nach Ansicht beider Politiker, ein behindertengerechter Zugang zum Bahnglas 2 "dringend erforderlich". Die Deutsche Bahn scheint dies jedoch anders zu sehen. Nach Aussage von Werner Happold, hat die Abteilung "Station und Service" die Kosten dieser Maßnahme "nicht als kreuzungsbedingt" anerkannt. Das Vorhaben ist der Kategorie 5 zugeordnet. "Bei der Förderung von behindertengerechten Maßnahmen hätten größere Bahnhöfe Priorität", begründete die Deutsche Bahn ihre Entscheidung gegenüber Werner Happold. Der jedoch gibt sich nicht geschlagen. Der Bürgermeister plant weitere Verhandlungen mit der Deutschen Bahn: "Notfalls auch direkt mit dem Bahnvorstand."
Für die von der Deutschen Bahn geplanten Maßnahmen ist der Bauzeitenplan streng. 2009 sollen die Bahnunterführung in Verlängerung der Steinäckerstraße und Lärmschutzwände gebaut, eine behindertengerechten Bahnunterführung im Bereich Bahnhofstraße für Fußgänger und Radfahrer realisiert sowie die Gleisanlagen erneuert werden. Die Bauarbeiten beginnen im März 2009. Ende Juli 2009 soll alles fertig sein. "Das sind fünf Monate in denen täglich rund um die Uhr gearbeitet wird", weiß Werner Happold. Trotz der erheblichen Beeinträchtigungen für die Anwohner, ist Werner Happold froh, dass nun "gleichzeitig und in kürzester Zeit die Projekte realisiert werden, für die wir seit vielen Jahren gekämpft haben".
Ferner informierte sich Peter Götz über die finanzielle Situation der Gemeinde Ötigheim. Im Vergleich zu anderen Gemeinden des Landkreises ist die Pro-Kopf-Verschuldung ist hoch, erklärt Werner Happold. Dennoch zeigt sich das Ötigheimer Gemeindoberhaupt optimistisch: Die "Schreckensjahre" seien vorbei. "Für die Zukunft sind wir gut aufgestellt", betont Happold. Mit den aufgenommenen Krediten konnte eine gute Infrastruktur geschaffen werden. "Luft zum Atmen", verspricht sich der Bürgermeister von der Ansiedlung mehrerer Firmen. Im 25 Hektar großen neuen Industriegebiet an der B 3 werden Logistik- und Speditionsunternehmen, Dienstleistungs- und Produktionsbetriebe zu finden sein.