Vor Ort 2008
Rastatt, 11.03.2008
Historischer Verein restauriert Westwall-Bunker: Peter Götz begrüßt Engagement


Peter Götz (r.) am Eingang zum Westwallbunker an der Kehler Straße. Eine Projektgruppe des Historischen Vereins Rastatt unter Leitung von Thomas Eck (2.v.r.) restauriert die Anlage, um sie für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Foto: SPR
„Was wir jetzt nicht erhalten, wird vielleicht schon in wenigen Jahrzehnten als fehlend empfunden.“ Darauf machte Peter Götz jetzt in einem Gespräch mit Vertretern des Historischen Vereins Rastatt aufmerksam. Der mittelbadische Bundestagsabgeordnete informierte sich vor Ort über das jüngste Projekt der vereinsinternen Arbeitsgruppe Westwallbunker. Dabei würdigte er den Einsatz der Vereinsmitglieder zur Bewahrung der steinernen Zeitzeugen, in den sie „viel Herzblut“ investierten.
Thomas Eck, Leiter des Projekts Westwallbunker und Vorstandsmitglied des Historischen Vereins, stellt ein zunehmendes Interesse in der Bevölkerung an der ehemaligen Befestigungslinie fest. Mit dem insgesamt 630 Kilometer langen, zwischen 1936 und 1939 errichteten Bollwerk aus Bunkern und Panzersperren wollte Adolf Hitler das Dritte Reich gegen Angriffe aus dem Westen schützen. Ein relativ gut erhaltenes Relikt dieser Verteidigungsfront befindet sich an der Kehler Straße auf dem Gelände der früheren Kaserne Türkenlouis. Eine Gruppe Ehrenamtlicher restauriert den sogenannten Regelbau 10 derzeit unter Leitung von Thomas Eck. Die Anlage soll im Sommer dieses Jahres zur Besichtigung freigegeben werden.
Dass Peter Götz bereits Monate vor Eröffnung des neuen „Mahnmals für den Frieden“ eingeladen war, sich ein Bild von der neuen Rastatter Erinnerungsstätte zu machen, kommt nicht von ungefähr: Der CDU-Politiker engagiert sich seit vielen Jahren für den Erhalt des Westwalls in Baden-Württemberg. Die Bunker stehen zwar seit 2005 unter Denkmalschutz, gleichwohl fallen immer wieder Anlagen der Spitzhacke zum Opfer, weil sie angeblich ein Verletzungsrisiko für Menschen darstellen. Tatsächlich aber habe es bisher landesweit keinen einzigen schweren Unfall gegeben, erfuhr Peter Götz beim Besuch des Historischen Vereins Rastatt, an dem auch Vertreter des Forschungsprojekts Westwall Baden-Württemberg teilnahmen.
Der mittelbadische Bundestagsabgeordnete hält einen Bewussteinswandel in der Bevölkerung für dringend erforderlich. Die Westwallbunker seien nicht nur wertvolle ökologische Rückzugsgebiete für seltene Tiere und Pflanzen. „Die Relikte sind auch ein Teil deutscher Geschichte, der nicht verdrängt werden darf“, betonte der CDU-Politiker. Der Westwall sollte daher Thema im Schulunterricht sein, fordert Peter Götz. Der Rastatter Bunker könnte dabei als Anschauungsobjekt im Bereich Sozialgeschichte dienen. „Viele Arbeiter, die zum Bau des Westwalls eingesetzt waren, sind von weither gekommen und hier geblieben. Sie sind Teil unserer Gesellschaft geworden.“