Unterwegs
Rio de Janeiro/Brasilien, 18.-20.03.2010
Peter Götz leitet Weltforum zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung in Rio de Janeiro, Brasilien
Peter Götz MdB leitete das 6. Weltforum der Globalen Parlamentariergruppe für Habitat (GPH). Seit April 2008 ist Götz Präsident dieser internationalen Parlamentarierorganisation, die sich als einzige Parlamentarierorganisation weltweit ausschließlich mit der nachhaltigen Entwicklung von Siedlungen befasst. Die Aufgabe der Mitglieder der GPH ist es, durch gute Gesetze Rahmenbedingungen für eine bessere Welt zu schaffen.
Am 20. März 2010 wurde Götz in seinem Amt als Präsident des Weltpräsidiums der GPH einstimmig wiedergewählt. Götz erklärte: "Es ist eine große Freude für mich, dass unsere Mitglieder ihr Vertrauen in mich ein weiteres Mal ausgesprochen haben. Die Wiederwahl ist mir wichtig, um die Arbeit der letzten zwei Jahre vertiefen zu können."
Das Thema des Forums, "Nachhaltige Stadtentwicklung", wurde in drei Arbeitsgruppen mit folgenden Schwerpunkten behandelt: Klimawandel, City for All und Stadt-Land Verbindungen. Zu diesen drei Schwerpunkten übermittelte Götz folgende Nachricht: "Wir möchten, dass sich alle Bewohner einer Stadt an dem sozialen Leben ihrer Stadt beteiligen können. Wir müssen Ihnen Zugang zu Bildung verschaffen. Gerade die Ärmsten Bewohner einer Stadt, die Migranten und die Bewohner in Slums oder Favelas, haben es durch ihre wirtschaftlich und sozial prekäre Situation besonders schwer, sich in das Stadtleben einzubringen. Sie brauchen eine Zukunftsperspektive. Dann können gerade sie durch ihre Partizipation viele positive Änderungen für sich selber bewirken."
Ferner bestätigte Götz, dass der Klimawandel nach wie vor die größte gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Herausforderung der nächsten Jahrzehnte sei. Es seien die ärmsten Länder und der ärmste Teil der Bevölkerung dieser Länder welche am schwersten von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Finanzielle Ressourcen seien wichtig um auf diese Herausforderung eingehen zu können. Aber finanzielle Ressourcen allein würden nicht ausreichen. Götz schlug vor, dieser Herausforderung verstärkt mit ideellen Ressourcen zu begegnen, mit jungen Köpfen und kreativen Ideen.
Auch die Gebiete, die Städte umgeben, spielen oft eine wichtige Rolle in der Nahrungsproduktion für die Stadt. Oft sind in diesen Gebieten die Urbanisierungsprozesse und die ökologische Belastung durch die Müll- und Abwasserentsorgung der naheliegenden Städte besonders stark ausgeprägt. Da Städte und ihr Umland aber oft administrativ voneinander getrennt sind, ist für die Bewältigung vieler dieser Herausforderungen eine bessere und engere Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung und der Verwaltung der umliegenden Gemeinden nötig.
Die Ergebnisse der Workshops sind in einer "Erklärung von Rio" festgehalten und werden auf dem "World Urban Forum" der Vereinten Nationen vorgestellt, welches ebenfalls diese Woche in Rio de Janeiro stattfinden wird und zu dem 20 000 Teilnehmer erwartet werden. Die Botschaft der Erklärung wird von den internationalen Parlamentariern in ihre nationalen Parlamente hineingetragen und umgesetzt.