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Rastatt, 19.04.2010
Gesucht: Ein Arzt für die Stadt Lichtenau
Peter Götz sagt Bürgermeister Christian Greilach bei Antrittsbesuch im Rathaus Unterstützung zu


Foto: Schauppel
In der Kernstadt gibt es ab dem 1. Mai nur noch einen einzigen Allgemeinmediziner. Die Bemühungen einen Nachfolger für den Lichtenauer Arzt zu finden, der zum Ende dieses Monats aus privaten Gründen ins Ausland zieht, blieben bisher ohne Ergebnis. Die Arztversorgung stand denn auch im Mittelpunkt des Gespräches mit Peter Götz, der dem neuen Lichtenauer Rathauschef jetzt seinen Antrittsbesuch abstattete.
Der mittelbadische CDU-Bundestagsabgeordnete sagte Bürgermeister Greilich seine Unterstützung bei der Arztsuche zu. Im Rahmen seiner Möglichkeiten werde er sich persönlich einbringen, um dieses für die Lichtenauer Bürger so drängende Problem zu lösen. Gleichwohl machte Peter Götz keinen Hehl daraus, dass es nicht einfach sein werde, einen Ersatz für den scheidenden Mediziner zu finden. Denn die Arztversorgung im gesamten Landkreis Rastatt liege weit unter dem Landesdurchschnitt, lediglich in der Kurstadt Baden-Baden sei das Angebot an Medizinern überdurchschnittlich, so der Politiker. Gemeinsam wollen Götz und Greilich nun den Kontakt zur Kassenärztlichen Vereinigung Nordbaden suchen und die Stadt Lichtenau als attraktiven Wohn- und Arbeitsplatz für einen Allgemeinmediziner präsentieren. Parallel dazu will der Lichtenauer Bürgermeister mit dem Klinikum Mittelbaden die Frage erörtern, ob Lichtenau zum Standort eines Medizinischen Versorgungszentrums – kurz MVZ – werden kann. Eine solche Einrichtung zur ambulanten Krankenversorgung ist seit dem Jahr 2004 auch in Deutschland zulässig. Ähnlich wie in den einstigen Polikliniken der DDR können in einem MVZ beliebig viele Ärzte im Angestelltenverhältnis tätig sein.
Weitere Themen des Gespräches im Lichtenauer Rathaus waren die Kinderbetreuung der Stadt, die Belastung der B 36 durch den Ausbau der A5 und der Dauerbrenner Sägewerk. Auch die Kommunalfinanzen standen auf der Agenda. Wie viele andere Kommunen im Landkreis muss auch Lichtenau den Gürtel deutlich enger schnallen. Gleichwohl appellierte Götz an Bürgermeister Greilich, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten in die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude zu investieren, zumal diese durch das Konjunkturpaket II des Bundes gefördert werde. Es sei unter Umständen sogar sinnvoll, Bauarbeiten dieser Art mit Krediten zu finanzieren, denn die Investitionen amortisierten sich schon nach wenigen Jahren und entlasteten danach den städtischen Haushalt durch spürbare Einsparungen im Bereich Energiekosten.