Peter Götz, MdB

Termin

Rastatt, 25.8.2008

 

Peter Götz informierte sich bei Besuch der WDL-Werkstätten über neue Integrationsfirma

 

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Peter Götz informierte sich bei einem Besuch in Sinzheim über die Arbeit der WDL-Werkstätten, insbesondere aber über die Entwicklung der im vergangenen Jahr gegründeten Integrationsfirma INTEGRA. Foto: WDL

Die INTEGRA Mittelbaden gGmbH ist gut angelaufen. Das erfuhr Peter Götz jetzt bei einem Informationsbesuch in den Werkstätten der Lebenshilfe in Sinzheim. Der mittelbadische Bundestagsabgeordnete ließ sich im Rahmen seiner alljährlichen „Sommertour vor Ort“ mit dem Schwerpunkt Soziales über den Stand der Integrationsfirma unterrichten, die im vergangenen Jahr ihre Arbeit aufgenommen hat. Die INTEGRA mit Sitz in Sinzheim ist ein Gemeinschaftsunternehmen der WDL-Nordschwarz-wald gGmbH und der MWW-Murgtal-Werkstätten & Wohngemeinschaften gGmbH in Gaggenau-Ottenau und wurde gegründet, um Menschen mit Handicaps in Anlerntätigkeiten zu qualifizieren und ihnen weitergehende berufliche Perspektiven zu eröffnen.

 

Die INTEGRA sei auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ein zukunftsfähiges Modell, das im Wettbewerb bestehen könne. Dieses positive Zwischenfazit zog WDL-Geschäftsführer Martin Rudolf, der im jährlichen Wechsel mit seinem Ottenauer Kollegen Rudolf Fritz die rechtlich und wirtschaftlich selbstständige Integrationsfirma leitet. Derzeit werden 14 Mitarbeiter in den Bereichen Industriemontage sowie Garten- und Landschaftsbau beschäftigt. Übergangsweise ist ein Teil des INTEGRA-Teams in den Sinzheimer Werkstätten der Lebenshilfe aktiv. Sie beginnen mit ihrer Arbeit, nachdem ihre WDL-Kollegen Feierabend gemacht haben. Auf diese Weise können die teuren Maschinen noch besser ausgelastet werden. „Früher haben wir Zeitarbeitsfirmen ins Haus geholt, um Auftragsspitzen abzubauen“, berichtete Geschäftsführer Martin Rudolf. Nun erfüllen Beschäftigte der INTEGRA diese Aufgabe – und sie machen es mindestens genauso gut. Lebenshilfe-Vorsitzender Frank Breuninger geht deshalb davon aus, dass die bisherigen Bereiche Industriemontage sowie Garten- und Landschaftsbau bald um weitere Geschäftsfelder ergänzt werden können.

 

Peter Götz begrüßte die INTEGRA als gesellschaftspolitisch wichtiges Modell und zeigte sich bei einem Rundgang durch die derzeit gut ausgelasteten Sinzheimer Werkstätten beeindruckt von der Leistungsfähigkeit der Einrichtung, die rund 400 Arbeitsplätze bietet. Mit Sorge erfüllte ihn der Hinweis aus dem Kreis der WDL-Verantwortlichen, dass auf dem ersten Arbeitsmarkt immer mehr Menschen wegen psychischer Probleme ihre Stelle verlieren. Diese Entwicklung wird sich vermutlich noch verschärfen, zumal schon Kinder vermehrt Auffälligkeiten zeigen. Harald Unser, Geschäftsführer der Lebenshilfe Bühl/Baden, machte dafür im Gespräch mit Peter Götz eine Vielzahl an gesellschaftlichen Veränderungen verantwortlich. Aber er hatte auch viel Positives zu berichten: Das von der Lebenshilfe Bühl/Baden gestartete Projekt „Zeit schenken“ erfahre eine große Resonanz, schon über 40 Ehrenamtliche hätten sich dafür gemeldet. Ebenfalls sehr gut angelaufen sei die Kampagne „Wir sind eins“. Von Vereinen und Institutionen seien bereitszahlreiche Kooperationsangebote eingegangen. „Die von uns angestoßene Welle kommt zurück“, freute sich Harald Unser über die erfreuliche Solidarität der Bevölkerung mit der Lebenshilfe. Peter Götz hörte diese Botschaft gerne: „Es tut immer wieder gut zu erfahren, dass Menschen mit Handicaps als fester Bestandteil unserer Gesellschaft akzeptiert werden.“